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Pölven

Seasonality

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Summary

Schönes und ruhiges Klettergebiet fern ab von den überfüllten Klettergärten des Inntals. Von knackigen Bouldern, über zahlreiche Sportkletter- und Mehrseillängenrouten ist alles vertreten.

Description

Der Pölven ist ein Berg in den Kitzbüheler Alpen im Unterinntal in Tirol. Er gipfelt im Großen Pölven (auch Mittagskogel, 1595 m) und im Kleinen Pölven (1562 m). Die Kletterei verteilt sich auf zwei Hauptsektoren, die grosse, über 100 Meter hohe Südwand und der Klettergarten an der Westseite des Berges.

Als Kletterziel ist der Hausberg der Häringer nur wenig bekannt, was aber nicht an der Felsqualität, sondern wohl daran liegt, dass die Bohrer ihre Arbeit für lange Zeit nicht veröffentlicht haben. Die Routen sind fast alle steil und sehr technisch und man braucht vielleicht eine kleine Eingewöhnungsphase um sich mit dem oft sehr glatten und reibungsarmen Fels anzufreunden.

Approach

Sowohl die eindrucksvolle Südwand als auch den Klettergarten in der Westwand, erreicht man am Besten von Bad Häring aus. Genauere Informationen dazu findest du direkt in der Routenbeschreibung.

History

History timeline chart

Die Klettergeschichte des Pölvens ist trotz seiner eindrucksvollen Wände recht schnell erzählt. Nur wenige Kletterer verirrten sich, angesichts der berühmten Nachbargipfel des Wilden Kaisers, an seine Flanken. Vielleicht haben auch die eher steilen und langen Zustiege dazu beigetragen, dass hier erst spät begonnen wurde, die ersten Kletterrouten zu erschliessen.

Im Sommer 2009 beschlossen die Häringer Martin Siller, Alexander Fuchs und Franz Peter Gratt die kleineren Wände an der Westseite des Berges genauer zu erkunden. Dabei stiessen sie auf ein grosses Potenzial für neue Sportkletterrouten. Die nächsten Wochen verbrachten die drei Freunde damit, Wege anzulegen, Bohrhakenlaschen zu schmieden und die ersten Routen einzubohren. Schnell stellten sie fest, dass die Kletterei hier am Pölven ihren ganz eigenen Charakter hat. Der Fels unterscheidet sich durch seine kompakten, glatten und reibungsarmen Platten sehr von anderen bekannten Sportklettergebieten wie zB Sparchen oder Geisterschmiedwand. Die Kletterstellen sind hier oft extrem kleingriffig und das Steigen auf den glatten Reibunstritten erfordert sehr viel Gefühl und Eingewöhnung. Oft ist es entscheidend auf die richtigen Wetterbedingungen zu warten.

Nachdem sich die Nachricht etwas herumgesprochen hat, beteiligten sich auch andere lokale Kletterer, wie u.a. Berni Kogler, Georg Hotter, Seppi Miggitsch, Victor Wartlsteiner, Christoph Jöchl, Tom Salcher und Roland Hemetzberger an der Erschliessung neuer Kletterrouten. In nur wenigen Monaten entstanden hier so über 50 neue Linien für Anfänger und Fortgeschrittene.

Im Herbst des selben Jahres machte sich Martin Siller auf Erkundungstour an die grosse, markante Südwand des Pölvens, mit dem Ziel, einige Mehrseillängenrouten durch die glatten Platten einzubohren. Er konnte jedoch aufgrund des etwas längeren Zustieges zuerst keine motivierten Partner finden und deshalb begann er alleine die ersten Routen von oben zu erschliessen. So entstand zuerst die "Direkte Südwand". Die fünf gut abgesicherten Seillängen führen durch den steilsten Wandteil und behalten trotz der Bohrhaken noch ihren alpinen Charakter. Es dauerte eine Weile bis der richtige Partner für den Durchstieg gefunden war, aber schlussendlich konnte er zusammen mit seinem Freund Mathias Leitner alle Seillängen rotpunkt klettern. Im selben Jahr erschloss Martin alleine und mit der Hilfe von Franz Peter Gratt noch gut 15 neue Sport- und Tradrouten am Wandfuss. Dabei entdeckten sie Spuren von Kletterern, die bereits vor ihnen versuchten, die Wand durch ihre markante Verschneidung zu durchsteigen.

Einige Jahre später wurder der Häringer Markus Höck auf die Südwand aufmerksam. Ihm reizte der weniger steile Wandteil weiter rechts der bestehenden Routen. Zusammen mit Freunden eröffnete er dort einige sehr lohnenswerte Mehrseillängentouren. Genauere Infos gibt's dazu leider noch nicht, sobald sich das aber ändert werden die Topos hier veröffentlicht.

Im Jahr 2015 kehrte Martin Siller nach langem Reisen wieder in seine Heimatberge zurück und wiedereinmal war es die steile Südwand des Pölvens, die ihn reizte. Von den Begehungen der vorigen Jahre wusste er, dass noch viel unberührter Fels zu finden war und schnell war seine Frau Sofia Tapia überredet ihn zu begleiten. Wenige Meter links von der markanten Verschneidung entdeckten die beiden eine kletterbare Linie an solidem Fels. Diesmal ging es von unten an die Arbeit. In wenigen Tagen eröffneten sie die Route "Cuauhtli", das in der alten Mayasprache "Adler" bedeutet. Einige Wochen später zog es Sofia und Martin wieder an die Wand und sie konnten eine weitere Linie ausmachen. Kurz darauf war die Route "Siller/Tapia" geboren. Vom ersten bis zum letzten Meter bester Pölvenfels, immer mit einem herrlichen Panorama im Rücken. Beide Routen konnte Martin zusammen mit seinem Bruder Franz und seinem Freund Benjamin Bickel rotpunkt begehen.

Wer viel am Pölven unterwegs ist und genauer hinschaut, wird auch noch den ein oder anderen Haken von früheren Kletterversuchen finden können. In der Höhle unter dem grossen Steinbruch haben zB die beiden Tiroler Kletterlegenden Stefan Fürst und Hannes Rieser schon in den 90ern eine Route eingebohrt. Auch in der grossen Südwand stecken in der markanten Verschneidung bis zur Hälfte der Wandhöhe Haken und alte Schlingen. Leider ist darüber aber nur wenig Information verfügbar.

Alles in allem findet man am Pölven alles was das Kletterherz begehrt und er ist mit Sicherheit eine gute Alternative zu den oft überfüllten Klettergärten des Inntals. Da kann man nur hoffen, dass der Hausberg der Häringer in den nächsten Jahren nicht vollständig weggesprengt wird.

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